Pixformance
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Physiotherapie

Aktiv gegen Krebs

Wie Patrick Mordiconi die onkologische Trainingstherapie digital begleitet

Seit 37 Jahren ist Patrick Mordiconi Physiotherapeut, seit 27 Jahren selbstständig – und seit knapp vier Jahren hat er sein medizinisches Gesundheitszentrum Bellevue in Saarbrücken konsequent auf die onkologische Trainingstherapie ausgerichtet. In einem Bereich, in dem es um nicht weniger als die Lebensqualität schwer erkrankter Menschen geht, setzt er bewusst auf Aktivität statt auf passive Behandlung. Mit dem Pixformance Konzept hat er seine Therapie um ein digitales Werkzeug erweitert, das dokumentiert, motiviert und seinem Team Freiräume verschafft – ohne den persönlichen Kontakt zum Patienten zu ersetzen.

Patrick Mordiconi - Inhaber und Physiotherapeut des medizinischen Gesundheitszentrums Bellevue

Patrick Mordiconi

Inhaber & Physiotherapeut des medizinischen Gesundheitszentrums Bellevue

Praxis Kurzprofil

Ort

Saarbrücken, Saarland

Gegründet

2000

Schwerpunkte

Onkologische Trainingstherapie, CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion), HWS, Schwindel- und Vestibulartherapie

Mitarbeiterzahl

3

Weitere Infos

pm-sb.de

Vom Profisport zur onkologischen Trainingstherapie

Patrick Mordiconis Weg in die Physiotherapie begann auf dem Spielfeld. Über die Betreuung von Profifußball- und American-Football-Mannschaften sowie olympischen Athleten kam er früh mit dem Beruf in Kontakt – und blieb. Nach Jahren mit mehreren Standorten und einem Team von 16 Mitarbeitern konzentrierte er sich ab 2010 bewusst wieder auf eine Praxis in Saarbrücken, um ganz nach seinem eigenen Qualitätsanspruch arbeiten zu können.

Schon vor über zwei Jahrzehnten spezialisierte er sich auf anspruchsvolle Felder wie die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) und die Schwindeltherapie. Vor sieben Jahren stieß er schließlich auf die onkologische Trainingstherapie (OTT) – ein Thema, das ihn nicht mehr losließ.

„Am Anfang hatte ich ein wenig Berührungsängste, weil ich nicht wusste, wie ich mit diesen Patienten umgehen soll. Aber das hat sich sehr schnell ins Positive gewendet – es kam so viel von den Patienten zurück. Das hat uns bestärkt, neue Räumlichkeiten zu suchen und uns komplett auf diese Richtung zu spezialisieren."

Heute ist das Medizinische Gesundheitszentrum Bellevue die einzige Praxis im Saarland, die onkologische Trainingstherapie anbietet. Als Lehrbeauftragter der RPTU Kaiserslautern und Kooperationspartner der HTW Saarbrücken sowie der Saarländischen Krebsgesellschaft verbindet Herr Mordiconi Praxis und Wissenschaft eng miteinander.

Patrick Mordiconi aus seiner Zeit im American Football mit Joe Roman, seinem damaligen Trainer

Herr Mordiconi aus seiner Zeit im American Football – gemeinsam mit Joe Roman, seinem damaligen Trainer und Wegbereiter in der GFL.

Was die onkologische Trainingstherapie besonders macht

Für Herrn Mordiconi steht ein Grundsatz über allem: Bewegung wirkt. Was bei der OTT den Unterschied zur klassischen Therapie ausmacht, ist die Präzision der Steuerung.

„Wir gehen genau auf das jeweilige Krankheitsbild ein. Es heißt nicht einfach drei mal zehn Wiederholungen, sondern wir steuern das Training individuell. Wir lassen uns von den Patienten die aktuellen Blutbilder mitbringen und schauen: Wie ist er heute drauf, wie fühlt er sich? Bei einer Chemotherapie zum Beispiel setzen wir das Training erst 48 Stunden danach wieder an."

Der frühe Einstieg ist dabei entscheidend.

„Von der Diagnose bis zu den ersten Interventionen vergehen oft acht bis zwölf Wochen. Wenn ein Patient in dieser Zeit schon zwei- bis dreimal pro Woche trainiert, baut er sein Immunsystem auf. Die Studienlage zeigt: Das Fatigue-Syndrom tritt dann deutlich seltener auf. Das ist eine tolle Geschichte."

Seinen Anspruch begründet er nicht mit Bauchgefühl, sondern mit Evidenz – allein im deutschsprachigen Raum stützen Hunderte Studien den positiven Effekt von Bewegung in der Onkologie. Genau diese datenbasierte Haltung führte ihn auch zur Digitalisierung.

Der Weg zu Pixformance

Als Herr Mordiconi auf das Pixformance Konzept aufmerksam wurde, überzeugte ihn nicht nur das Produkt, sondern vor allem die Art der Zusammenarbeit.

„Man hat schnell gemerkt: Es geht nicht nur ums Verkaufen. Das ist mir immer ganz wichtig. Es war von Anfang an eine angenehme Kommunikation, und irgendwann war ich so weit."

Besonders der technische Support hinterließ Eindruck – gerade weil Herr Mordiconi sich selbst nicht als Digital Native bezeichnet.

„Ich bin 56 und tue mich manchmal nicht so leicht mit den modernen Dingen. Aber wenn ich eine kurze Nachricht schreibe, kommt die Rückmeldung meist noch in derselben Stunde. Das hat man heute gar nicht mehr so – umso schöner, wenn es so ist."

Begeisterung zuerst, Wirtschaftlichkeit folgt

Für die Anschaffung von gleich zwei Stationen war für ihn die Reihenfolge der Argumente klar.

„Natürlich muss erst einmal Begeisterung da sein. Das Wirtschaftliche kommt bei mir immer hinten an. Wir wollen vorne dabei sein, was Technologie angeht."

Überzeugt haben ihn die einfache Handhabung, die durchgängige Dokumentation und der geringe Platzbedarf.

„Es ist digitalisiert, es wird aufgezeichnet, und es ist einfach in der Handhabung – das hat mir wunderbar gefallen. Die Patienten vom Handling her sind begeistert. Mehr als sechs Quadratmeter braucht man pro Station nicht."

Pixformance Station im medizinischen Gesundheitszentrum Bellevue in Saarbrücken

Digitale Bewegungstherapie im Praxisalltag

In den Therapieablauf hat Herr Mordiconi die Pixformance Geräte als Ergänzung zur klassischen Behandlung integriert – nicht als Ersatz. Nach Befundung und Onboarding folgt eine Testphase, in der er die Reaktion des Patienten beobachtet, bevor er einen individuellen Trainingsplan zusammenstellt. Eine typische Einheit an der Station dauert 20 bis 25 Minuten.

Was im Alltag zählt, ist die feine Steuerbarkeit. Belastungsstufen lassen sich anpassen, Bewegungsradien über die 25-Prozent- und 50-Prozent-Stufen erweitern, und die Zeit pro Übung passt er individuell an das Tempo jedes Patienten an. Die Bewegungsanalyse über die integrierte Kamera erfasst die Übungsausführung in Echtzeit und korrigiert direkt am Bildschirm.

„Ich muss nicht mehr jeden einzelnen Gelenkpunkt selbst im Blick behalten – das übernimmt das System, und am Ende ist alles auf der Online-Plattform dokumentiert. So sehe ich später genau, wann der Patient da war und wie er sich entwickelt hat. Das ist auch gegenüber den Krankenkassen nachweisbar."

Auch die Plan-Erstellung über die Online-Plattform empfindet er als Entlastung statt als Mehraufwand.

„Morgens am Frühstückstisch, bevor ich in die Praxis fahre, stelle ich den Patienten ihre Pläne zusammen. Das ist wirklich einfach gehandhabt, und gerade die Dokumentation frisst uns Therapeuten sonst auf."

Patient beim Training an der Pixformance Station im Gesundheitszentrum Bellevue

Wenn Fortschritt sichtbar wird

Der wohl wichtigste Effekt zeigt sich bei den Patienten selbst. Das Echtzeit-Feedback und der Pixformance Score nach jeder Übung wecken einen Ehrgeiz, der die Therapie trägt.

„Wenn jemand bei den meisten Übungen 80 Prozent erreicht und bei zwei nur 20, dann will er die auch besser machen. Diesen Fortschritt fühlt der Patient nicht nur, er sieht ihn. Das motiviert ungemein – und dann macht die Therapie auch noch Spaß."

Besonders eindrücklich ist für ihn der Fall einer Patientin, die nach einem schweren Sturz mit beidseitigen Oberarmfrakturen und einer Nervenschädigung im linken Arm zu ihm kam.

„Mehrere Ärzte hatten gesagt: arbeitsunfähig, da geht nichts mehr. Wir haben mit manueller Therapie begonnen, dann kam die Station dazu. Ich habe ihr gesagt: Du musst nicht alles können, was der Avatar kann – fang einfach an. Heute hebt sie den Arm so hoch, wie es vorher gar nicht ging. Solange man nicht aufgibt, passiert etwas."

Skepsis erlebt er vor allem bei älteren Patienten – die sich jedoch schnell legt.

„Manche denken anfangs, ich stelle sie hin und bin weg. Aber wir sind ja dabei. Sobald sie merken, dass es nur die QR-Code-Karte braucht und das Programm von allein läuft, werden gerade die Älteren richtig ehrgeizig. Und die Jüngeren – ich bekomme inzwischen Patienten mit 17, 18 Jahren – nehmen die Technik ohnehin ganz selbstverständlich an."

Ein Mitarbeiter, der nie krank wird

Herr Mordiconi sieht in der Digitalisierung eine klare Antwort auf den Fachkräftemangel – ohne den Wert manueller Therapie infrage zu stellen.

„Manuell, am Patienten, werden wir nicht ersetzt – da bin ich ganz sicher. Aber diese Technik ist wie ein Mitarbeiter, der nicht krank wird, keinen Urlaub braucht, keine Gehaltserhöhung verlangt und nie schlecht gelaunt ist. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels unterstützt uns das enorm – digitalisiert und evidenzbasiert."

Seinen Berufskollegen gibt er einen klaren Rat mit auf den Weg.

„Pixformance ist für alle physiotherapeutischen Einrichtungen geeignet, die aktiv mit ihren Patienten arbeiten wollen. Durch passive Maßnahmen allein erreichen wir keine Veränderung. Führt die Menschen in die aktive Bewegung – das ist das A und O."

Fazit: Eine Praxis mit Zukunft

Mit 56 Jahren denkt Patrick Mordiconi nicht ans Aufhören, sondern an die nächste Generation. Seine Tochter Noa absolviert derzeit Ausbildung und Studium parallel – und möchte aus eigenem Antrieb in die Praxis einsteigen.

„Wenn sie in zwei Jahren dazukommt, sind wir fast 30 Jahre selbstständig – und vielleicht läuft die Praxis dann noch einmal 30 Jahre unter dem Namen Mordiconi. Das wäre schön. Sie macht ihre Ausbildung mit so viel Begeisterung, das ist toll zu sehen."

Die Digitalisierung ist für ihn fester Teil dieser Vision. Mit dem Pixformance Konzept hat er ein Werkzeug gefunden, das zu seinem Anspruch passt: Daten statt Bauchgefühl, Aktivität statt Passivität – und am Ende mehr Raum für genau das, was kein Bildschirm leisten kann: die persönliche Betreuung am Patienten.

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